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Koch und
Buchautor Robert Otten referiert in Biesdorf über moderne Lebensmittelproduktion
(OtV) "Es
wird ans Eingemachte gehen", leitete Christine Conradt mit
Wortwitz das 19. Biesdorfer Forum ein. Und Recht hatte sie: Robert
Otten, gelernter Koch und Diplom-Geograph, sprach im Mehrzweckraum
des Privaten St.-Josef-Gymnasiums Biesdorf beeindruckend über
industrielle Lebensmittelproduktion und ihre ökologischen Auswirkungen.
Robert Otten präsentierte in seinem lebhaften Vortrag erschreckende
Zahlen und Fakten, die ein Raunen durch das Publikum gehen ließen.
So liege der heutige Zuckerkonsum bei 42 bis 45 kg pro Jahr. Er
verlas die Inhaltsstoffe von mitgebrachten Fertigprodukten und erklärte
fachmännisch, was es zum Beispiel mit Geschmacksverstärkern
auf sich hat. Aber auch vermeintlich naturbelassene Lebensmittel
wurden unter die Lupe genommen: Milch werde in den modernen Molkereien
in ihre Einzelteile aufgespaltet, die man dann - je nach gewünschtem
Endprodukt - wieder beinahe beliebig zusammensetzen könne.
"Treibhaustomaten sind ein technisches Produkt", so Otten,
"denn sie wachsen oft noch nicht einmal in natürlicher
Erde, deren Zusammensetzung den Produzenten zu unberechenbar ist."
Ebenso thematisierte er die heutigen Apfel- und Birnensorten als
spezielle Züchtungen, die möglichst verbraucherfreundliche
Eigenschaften haben müssten und sich durch dünne Schale,
wenig Säure und lange Haltbarkeit auszeichneten. Da sei kein
Platz mehr für regionale oder früher geschätzte Besonderheiten,
kritisierte er den Markt, der dem Verbraucher vorgebe, "was
er essen und lecker finden soll".

Robert Otten beim Vortrag in kritischer Rezension von Fertig-produkten
Gewissermaßen
als Gegenprogramm wurde in der Pause vom Referenten zubereitetes
Fingerfood gereicht, das großen Anklang beim Publikum fand,
bevor Robert Otten im zweiten Teil des Abends eine satirische Episode
aus seinem Buch "Auch zum Mitnehmen" las. Da hörte
man von überdimensionierten Pfeffermühlen und dem in Deutschland
völlig missverstandenen Begriff "al dente", der dazu
führe, dass in zahlreichen deutschen Küchen halbgare Nudeln
verzehrt werden. Die zahlreichen anwesenden Gäste waren begeistert,
und viele ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, ein
Exemplar des Buches zu erwerben und vom Autor signieren zu lassen.

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