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(OtR) In einer
gelungenen Aufführung bringt die Theater-AG die Shakespeare-Komödie
"Die lustigen Weiber von Windsor" auf die Bühne.
Falstaff,
hervorragend gespielt von Viktoria Timkanicova, zentrale Figur dieses
Stückes, ist zum wohl berühmtesten Trunkenbold der Theatergeschichte
geworden. Der dickbäuchige, rotnasige Halunke, der den Gattinnen
begüterter Ehemänner nachstellt, wird in Shakespeares
Komödie zum Opfer seiner eigenen delikaten Absichten. Verena
Backendorf/Valerie Colling und Lea Kottmann/Alina Rossler in den
Rollen seiner "Angebeteten" Mistress Page und Mistress
Flute durchkreuzen diese Pläne, indem sie ihn zu heimlichen
Treffen einladen, die wiederum durch Mister Flute torpediert werden:
nachdem Falstaff beim ersten Treffen vor dem eifersüchtigen
Ehemann in einem Wäschekorb versteckt aus dem Haus geschmuggelt
und - zu seinem Leidwesen - mitsamt der dreckigen Wäsche in
die Themse geworfen wird, muss er beim zweiten Treffen als verhasste
Tante verkleidet unter den Stockhieben des Mister Flute (dramatisch
gespielt von Christopher Olk) fluchtartig das Haus verlassen. Parallel
zu diesen Geschehnissen bahnt sich eine Verwechslungsgeschichte
an: Der französische Arzt Dr. Cajus, mit viel Talent engagiert
gespielt von Frank Hormesch, fordert den ängstlichen Pfarrer
Evans wegen Anne Page zu einem Duell heraus, das aber vom Gastwirt
verhindert werden kann. Ein alles überragender Dennis Büttner
erhielt verdienten Szenenapplaus für seine Darstellung des
Pfarrers Evans. Besonders erheiternd war die Tatsache, dass er in
verschiedenen Szenen gekonnt in unterschiedlichen Dialekten sprach,
darunter auch in "Eifler-Platt".
Bei einem dritten Treffen Falstaffs mit den Damen zu nächtlicher
Stunde im Wald vereinen sich die Handlungsstränge: Als Elfen
verkleidet führen die Akteure einen ungehobelten Tanz auf,
den Regisseurin Christine Conradt hervorragend shakespearisch inszeniert
hat und dabei die bewusste Selbstpersiflierung durch Shakespeare
in Anlehnung an den Sommernachtstraum hat durchscheinen lassen.
Dabei gibt Falstaff seine unlauteren Absichten zu und wird von den
"Elfen" bestraft. Dr. Cajus und sein Nebenbuhler entführen
bei dieser Gelegenheit jeweils die vermeintliche Anne Page zur heimlichen
Hochzeit. Es stellt sich jedoch heraus, dass sie sich "vergriffen"
haben, und - wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte - die
echte Anne Page ist mit ihrem tatsächlichen Liebhaber verheiratet.
Ende gut, alles gut.
Besonders Flair erhielt die Inszenierung nicht zuletzt durch die
zuschauernahe Laufstegbühne mit Stratford-Kulisse. Rolf Dohm
(Cembalo und Dudelsack), Waltraud Kruppert (Dudelsack) und Benedikt
Scholtes (Horn) sorgten mit Renaissance-Musik zusätzlich für
Shakespeare-Atmosphäre. Purcells "Fairest Isle" und
ein Trinklied aus seiner Oper "King Arthur", hervorragend
gesungen von Verena Otten, sorgten zusätzlich für elisabethanische
Stimmung nach Art des "Globe theatre". Es hätte einen
nicht gewundert, wenn einem anschließend auf dem Weg zum Auto
noch Elfen begegnet wären
.
Fotos von der
Vorstellung am 02. Juni 2011

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