Privates Sankt-Josef-Gymnasium Biesdorf
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02. Juni 2011

"Die lustigen Weiber von Biesdorf"

(OtR) In einer gelungenen Aufführung bringt die Theater-AG die Shakespeare-Komödie "Die lustigen Weiber von Windsor" auf die Bühne.
Falstaff, hervorragend gespielt von Viktoria Timkanicova, zentrale Figur dieses Stückes, ist zum wohl berühmtesten Trunkenbold der Theatergeschichte geworden. Der dickbäuchige, rotnasige Halunke, der den Gattinnen begüterter Ehemänner nachstellt, wird in Shakespeares Komödie zum Opfer seiner eigenen delikaten Absichten. Verena Backendorf/Valerie Colling und Lea Kottmann/Alina Rossler in den Rollen seiner "Angebeteten" Mistress Page und Mistress Flute durchkreuzen diese Pläne, indem sie ihn zu heimlichen Treffen einladen, die wiederum durch Mister Flute torpediert werden: nachdem Falstaff beim ersten Treffen vor dem eifersüchtigen Ehemann in einem Wäschekorb versteckt aus dem Haus geschmuggelt und - zu seinem Leidwesen - mitsamt der dreckigen Wäsche in die Themse geworfen wird, muss er beim zweiten Treffen als verhasste Tante verkleidet unter den Stockhieben des Mister Flute (dramatisch gespielt von Christopher Olk) fluchtartig das Haus verlassen. Parallel zu diesen Geschehnissen bahnt sich eine Verwechslungsgeschichte an: Der französische Arzt Dr. Cajus, mit viel Talent engagiert gespielt von Frank Hormesch, fordert den ängstlichen Pfarrer Evans wegen Anne Page zu einem Duell heraus, das aber vom Gastwirt verhindert werden kann. Ein alles überragender Dennis Büttner erhielt verdienten Szenenapplaus für seine Darstellung des Pfarrers Evans. Besonders erheiternd war die Tatsache, dass er in verschiedenen Szenen gekonnt in unterschiedlichen Dialekten sprach, darunter auch in "Eifler-Platt".
Bei einem dritten Treffen Falstaffs mit den Damen zu nächtlicher Stunde im Wald vereinen sich die Handlungsstränge: Als Elfen verkleidet führen die Akteure einen ungehobelten Tanz auf, den Regisseurin Christine Conradt hervorragend shakespearisch inszeniert hat und dabei die bewusste Selbstpersiflierung durch Shakespeare in Anlehnung an den Sommernachtstraum hat durchscheinen lassen.
Dabei gibt Falstaff seine unlauteren Absichten zu und wird von den "Elfen" bestraft. Dr. Cajus und sein Nebenbuhler entführen bei dieser Gelegenheit jeweils die vermeintliche Anne Page zur heimlichen Hochzeit. Es stellt sich jedoch heraus, dass sie sich "vergriffen" haben, und - wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte - die echte Anne Page ist mit ihrem tatsächlichen Liebhaber verheiratet. Ende gut, alles gut.
Besonders Flair erhielt die Inszenierung nicht zuletzt durch die zuschauernahe Laufstegbühne mit Stratford-Kulisse. Rolf Dohm (Cembalo und Dudelsack), Waltraud Kruppert (Dudelsack) und Benedikt Scholtes (Horn) sorgten mit Renaissance-Musik zusätzlich für Shakespeare-Atmosphäre. Purcells "Fairest Isle" und ein Trinklied aus seiner Oper "King Arthur", hervorragend gesungen von Verena Otten, sorgten zusätzlich für elisabethanische Stimmung nach Art des "Globe theatre". Es hätte einen nicht gewundert, wenn einem anschließend auf dem Weg zum Auto noch Elfen begegnet wären….


Fotos von der Vorstellung am 02. Juni 2011


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