Privates Sankt-Josef-Gymnasium Biesdorf
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27.06.2010

"Mehr als ein Trikottausch"

... das sagte Monsignore Winfried Pilz, zehn Jahre lang Präsident des Kindermissionswerkes/Aktion Dreikönigssingen und auch des Katholischen Missionsrates, im Eröffnungsgottesdienst für das Schulfest am St.-Josef-Gymnasium in Biesdorf.

Natürlich bezieht er sich dabei auf die derzeitige Fußballweltmeisterschaft und darauf, dass die Spieler häufig nach Spielende in einer fairen Geste ihre Trikots mit der gegnerischen Mannschaft tauschen. Der erfahrene Jugendseelsorger schlägt sehr anschaulich die Brücke zur Berufung an Elischa, dem der Prophet Elija im Auftrag Gottes seinen Mantel überwirft, wie die Tageslesung (1 Kön 19,-21) berichtet. "Ein Generationenwechsel steht an, auch in der Kirche heute. Wie sich in den jungen Völkern Afrikas viele der christlichen Botschaft geöffnet haben und mit ihrer Glaubensfreude frischen Wind in die Kirche bringen, so ist auch die begeisterte Teilnahme ihrer Mannschaften an der Fußballweltmeisterschaft Zeichen, dass sie dabei sein, gleichberechtigt mitspielen wollen.


Monsignore Pilz bei seiner Predigt in der Klosterkirche in Biesdorf

Die gläubige Begeisterung der jungen Kirchen ist Herausforderung und zugleich Ermutigung für junge Christen bei uns. Ihr seid berufen, im Leben der Kirche - so wie beim Fußball - nicht bloß Zuschauer zu sein, nicht einfach abwartend auf der Reservebank zu sitzen, sondern auf dem Spielfeld einer weltweiten Glaubensgemeinschaft vollen Einsatz zu zeigen."

Winfried Pilz erzählt begeistert von seinen Begegnungen mit vielen jungen Menschen, die in einem freiwilligen sozialen Jahr (FSJ) oder auch als Missionare auf Zeit (MAZ) ihren Dienst in Ländern der "Dritten Welt" tun. "Sie wissen sich aus dieser Erfahrung mit den Menschen dort reich beschenkt, für ihr ganzes weiteres Leben. Eure ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschüler, die einen solchen Einsatz gewagt haben, sehen das gewiss nicht anders. Ein Projekt wie Eure Partnerschaft mit einer Schule in Ghana kann nur beide, Deutschland und Ghana, gewinnen lassen. Ich finde in alldem die überzeugende Bestätigung einer jahrzehntelang unveränderten Konstante in Umfrageergebnissen über das religiöse Leben in unseren Ländern. So zeigt wieder die neueste Allensbachstudie: je stärker - auch junge - Menschen sich einer religiösen Gemeinschaft aktiv verbunden wissen, um so wacher und engagierter sind sie gegenüber sozialer Not, umso mehr setzen sie sich ein für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, umso mehr bedeuten ihnen Familie und verlässliche Freundschaft Gleichgesinnter. - Das Leitbild, das die Schulgemeinde sich gegeben hat, gibt den richtigen ‚Trainings- und Spielplan' vor."

Bei der anschließenden Hauskirmes, in diesem Jahr - wie fast immer - bei sonnigem, heißem Wetter, zeigte sich wieder einmal, dass die Schulgemeinschaft zu feiern weiß. Hoher Einsatz bei Schülerinnen und Schülern, bei Eltern und Lehrerinnen und Lehrern bescherte allen ein gelassen-frohes Zusammensein. Großer Andrang an den Spieleständen, wo Geschicklichkeit und Können gefragt waren, eine heiße Fußballübertragung vom Achtelfinalspiel Deutschland - England in der großen Turnhalle oder Gelegenheit zum Gespräch auf dem Schulhof an den Getränkeständen, im Bistro oder in der Cafeteria stärkten die Gemeinschaft, nicht zuletzt in der Wiederbegegnung mit vielen Ehemaligen.

Dazu präsentierten das Blasorchester und die Big-Band ihr Können auf dem Schulhof einem begeisterten Publikum. So war es kein Wunder, dass die große Tombola nicht das Ende des Tages markierte, sondern dass danach die meisten zusammenblieben und erst viel später den Heimweg antraten.

Alle kamen auf ihre Kosten und wussten gleichzeitig, dass sie mit diesem Fest auch anderen helfen, weil ein Teil des Ertrags wieder dem Projekt Schulpartnerschaft in Ghana zugute kommt. Der Tag wird noch lange in guter Erinnerung bleiben.


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